1. Das Prinzip des Fluid-Liner®
  2. Inkrustation beim Grundwassertransport
  3. Inkrustation beim Zentratwassertransport
  4. Massive Fettablagerungen
  5. Steinharte CaCO3 und MgCO3 Ablagerungen
  6. Nutzung von Pulsströmungen zur Bekämpfung von H2S - Problemen
  7. Referenzliste
  8. Literatur

1. Das Prinzip des Fluid-Liner®

Das Besondere dieses Verfahrens ist, dass alternierende elektromagnetische Felder gezielt (in einem variablen Frequenzspektrum) über Induktoren in die Rohrströmungen eingetragen werden.
Mit Hilfe einer speziellen Regel- und Steuerelektronik - dem Fluid-Liner® - wird, abgestimmt auf spezielle Parameter, wie Leitfähigkeit und Strömungs-geschwindigkeit (des zu behandelnden Mediums) der optimale Frequenzbereich der alternierenden elektromagnetischen Felder automatisch eingestellt. Diese liegen je nach Einsatzgebiet und Zusammensetzung des zu behandelnden Mediums zwischen 80 Hz bis 1,1 kHz.
Bei Rohabwasser ist bspw. eine elektrische Leistung von 0,65 bis 2 W/m3h erforderlich.
Die Bandbreite für den Einsatz unserer Technik kann man an den völlig unterschiedlichen Problemstellungen sehen.
Mit Hilfe einer Pulsströmung, erzeugt durch den Fluid-Liner®, ist es möglich, u.a. über die fluiddynamischen Variablen (Pulsfrequenz, Pulsamplitude und Strömungsgeschwindigkeit) plötzliche Strömungsänderungen, insbesondere eine Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeit in Richtung Rohrwandung, zu erzeugen. Es ist sogar möglich, eine zeitweise Strömungsumkehrung in der Rohrleitung zu erzwingen (Richardson Effekt). Auf diese Weise lassen sich Haftkräfte von Feststoffen und Biofilmen in Rohrleitungen verringern, so dass größere Partikel mit der Strömung leichter weggespült werden.
Weiterhin werden nachweislich Eigenschaften des Mediums durch die elektromagnetische Behandlung mit dem Fluid-Liner® verändert, bspw. die Herabsetzung der Oberflächenspannung des Mediums sowie der Verringerung von (Bindungs-) Kräften, welche zur Bildung von harten Ablagerungen führen.
Aus energetischer und verfahrenstechnischer Sicht ist eine gepulste Eintragung von Energie in eine Rohrströmung durch Einwirkung eines alternierend modulierten Magnetfeldes besonders günstig.
 

2. Inkrustation beim Grundwassertransport - Chemiepark Bitterfeld / Wolfen - Feste Randablagerungen aus anorganischem Material führen zu starker Querschnittsverengung.

 
 

Die Kontrolle der Rohrleitung erfolgt anhand einer Durchstrahlungsanalyse und der Überwachung der hydraulischen Entwicklung.
 
Ergebnisse der Durchstrahlungsanalyse an vier Messpunkten in der Rohrleitung (siehe untere Tabelle). Inbetriebnahme des Fluid-Liner® in der 24. KW 2005.

Prüfdaten TS 1/1 [mm] TS 1/4 [mm] TS 1/2 [mm] TS 1/3 [mm]
26 KW 12 keine Messung 31 28
30 KW 0 keine Messung 35 28
34 KW 0 keine Messung 28 8
39 KW 0 keine Messung 11 8
43 KW 0 12 11 1
47KW 0 7 11 16*
( * ....hervorgerufen durch Sedimentation)

Reinigungseffekt gemessen an der hydraulischen Entwicklung
in einer inkrustierten Druckrohrleitung (DL Greppin- DN 200 - Messpunkt TS 1)
Förderleistung Q
[in m3/h]

Kennline der Pumpenleitung bei 2.0 bar Förderdruck

Kennlinie der Pumpenleistung bei 1,8 bar Förderdruck

Kennlinie der Pumpenleistung bei 1,5 bar Förderdruck

Zeit t [ in Monaten nach Inbetriebnahme des FLUID-LINER® ]

 

3. Inkrustation beim Zentratwassertransport - Klärschlammbehandlungsanlage Langenbrahm

Feste Randablagerungen, starke Verzopfungen und organisches Material führen zu starker Querschnittsverengung.

 

Rohrleitung vor der Reinigung Rohrleitung nach der Reinigung
Bemerkung:
Feste Randablagerungen mit starker Verzopfung, große Querschnitts-verengung. Maximale Förderleistung wird nicht erreicht. SW-Pumpe wird über den Druckschalter abgeschaltet.

Bemerkung:
Keine Ablagerungen, metallisch rein.


Die Ablagerungen bestehen laut Laboruntersuchungen aus Calziumcarbonat.
Da eine mechanische Reinigung nicht möglich war, wurde die SW-Leitung chemisch gereinigt.

Installierte Fluid-Liner® Anlage
Montage von einem induktiven Schutzsystem zur Vermeidung von Ablagerungen
Testbeginn: 18.04.2006

Erste Kontrolle
12.06.2006

Bemerkung:
Nach ca. zwei Monaten keine Ablagerungen. Es ist nur ein leichter Schmierfilm festzustellen.
Bemerkung:
Dieser Schmierfilm lässt sich problemlos wegwischen.
2. Kontrolle
12.08.2006
Bemerkung:
Nach ca. vier Monaten keine Ablagerungen. Es ist nur ein leichter Schmierfilm festzustellen.
Bemerkung:
Dieser Schmierfilm lässt sich problemlos wegwischen.
 
3. Kontrolle
14.11.2006
Bemerkung:
Wie bei den letzten Kontrollen ist eine leichte Oberflächenbenetzung festzustellen.
Bemerkung:
Dieser Schmierfilm lässt sich problemlos wegwischen bzw. wegspritzen.
 
4. Kontrolle
26.01.2007
Bemerkung:
Das optische Bild ist unverändert. Im oberen Bereich ist der Schmierfilm ausgeprägter.
Bemerkung:
Trotzdem lässt er sich problemlos entfernen.
 

4. Massive Fettablagerungen in der Rohrleitung vom Schlammvorlagebehälter zum Faulturm der Kläranlage Oldenburg
 
Ausgangssituation vor dem Einsatz des Fluid-Liner®

 


  • Sehr harte Inkrustation aus massiven Fettablagerungen, durchgängig in der gesamten Rohrleitung (ca. 300 m).
  • Große Querschnittsverengung, kurz vor Verschluss.
  • Aufwendige Reinigung nur mit Hochdruck (Fräsen) durchführbar, mit mäßigem Erfolg.
  • Nur geringe Querschnittsöffnung möglich.
  • Ablagerungen mit 120°C heißem Wasser und Fettlöser - nicht entfernbar.

Steinharte Fettablagerungen in Abwasserrohrleitungen und deren Ursachen auf der KA Oldenburg
Im Abwasser laufen unterschiedliche Reaktionen ab. Unter anderem spalten Fette und Öle ihre Fettsäuren (FS) ab. Dieser Vorgang kann durch Mikroorganismen oder chemische Stoffe ausgelöst werden.
Fette und Öle unterscheiden sich durch ihre verschiedenen FS. Jedes Triglycerin besitzt höhere und / oder niedrigere FS. Von Bedeutung sind die höheren FS. Sie bilden hauptsächlich mit Härtebildnern (Erdalkalimetalle) vorzugsweise mit Ca2+ und Mg2+ in biochemischen Prozessen schwer lösliche Salze, die bis hin zu steinharten Ablagerungen auftreten können.
Die Ablagerungen sind nur mit erheblichem Aufwand wieder zu beseitigen und gefährden außerdem im erheblichen Maße die Betriebssicherheit.
 
Zielstellung
  • Gewährleistung der sicheren Schlammförderung ohne Betriebsstörungen durch die gezielte Verhinderung der Aushärtung von fetthaltigen Ablagerungen.
  • Verminderung der Reinigungszyklen.
  • Deutliche Reduzierung des Reinigungsaufwandes.
Installierte Fluid-Liner® Anlage
Inbetriebnahme: 27.02.2008
Zustand bei Inbetriebnahme:
Rohrleitung mit Induktoren (neues Passstück).
Vor und nach dem Schutzsystem ist die Rohrleitung mit festen Fettablagerungen fast verschlossen.
 
1. Kontrolle am 12.03.08: Bereich Rohrstück mit Induktoren
Geringer Aufbau von „fettartigen“ Ablagerungen an der Rohrwandung.
Zum Teil noch fest, aber mit heißem Wasser und Fettlöser - größtenteils gut abtragbar.
 
2. Kontrolle am 28.03.08: Bereich Rohrstück mit Induktoren
Geringer Aufbau von „fettartigen“ Ablagerungen.
Material ist jedoch nicht mehr hart und lässt sich problemlos von der Rohrwandung ablösen (bis auf die metallische Oberfläche).
 
3. Kontrolle am 02.04.08: Öffnung der Putzklappe
auf halber Rohrleitungsstrecke (nach ca.150 m)
Geringer Aufbau von „fettartigen“ Ablagerungen.
Material ist jedoch nicht mehr hart und lässt sich problemlos von der Rohrwandung ablösen (bis auf die metallische Oberfläche).
 
Zwischenbericht 1 (5. Wo.)

1. Feststellung:
Die Putzklappe der Rohrleitung (auf halber Strecke) wurde zur Inspektion und anschließendem Spülen der Rohrleitung mit Hochdruck abgenommen.
Auf dem Deckelstück der Putzklappe sind deutlich Ablagerungen zu erkennen. Diese ähneln in Farbe und Beschaffenheit denen vom 28.03.2008 - sie wirken allerdings trockener und bröseliger. Zudem fehlt der typische Fettcharakter der die Ablagerung schmierig macht.

2. Aussage des Betreibers OOWV
Die Konsistenz der Ablagerungen in der Rohrleitung zum Faulturm weisen eine deutliche Veränderung auf, als vor dem Einsatz des Fluid-Liner®. Sie sind jetzt weich, haften nicht stark an und sind bedeutend leichter und effektiver mit der üblichen Hochdruckreinigung abzutragen bzw. auszuspülen.
Im Spülwasser waren keine großen und festen Fettklumpen mehr nachweisbar.
Die Ablagerungen in der Rohrleitung vom Vorlagebehälter in die Pumpstation (vor dem Fluid-Liner®) wiesen die selben Veränderungen - wie in der Leitung von der Pumpstation zum Faulturm - auf. Diese war ebenfalls merklich leichter zu reinigen (weiches Material).

Erstes Fazit
Durch den Einsatz des Fluid-Liner® wird ein Aushärten der Ablagerungen vermieden - sogar entgegen der Fließrichtung bis zum Schlammspeicher.

Eingeleitete Maßnahmen
2 x wöchentlich kurzzeitige Erhöhung der Förderleistung und somit natürlicher Austrag der Ablagerung.

4. Kontrolle am 20.05.08: Öffnung der Kontroll- und Spülöffnung
Bei der Putzklappe sind die Ablagerungen ebenfalls weich und lassen sich problemlos entfernen. Die Ablagerungen fallen bei Berührung ab.
4. Kontrolle am 20.05.08: Öffnung der Putzklappe
auf halber Rohrleitungsstrecke (nach ca.150 m)
Bei der Putzklappe sind die Ablagerungen ebenfalls weich und lassen sich problemlos entfernen. Die Ablagerungen fallen bei Berührung ab.
 

Zwischenbericht 2 (12. Wo.)

Aussage des Betreibers OOWV:
In den Rohrleitungen sind die Ablagerungen weich und lassen sich durch die erhöhte Förderleistung (kurzzeitige Spülstöße) austragen.
Eine Hochdruckspülung ist aus betrieblicher Sicht nicht mehr erforderlich. Keine Veränderung zur letzten Kontrolle sichtbar.
Die fetthaltigen Ablagerungen sind augenscheinlich kleiner geworden, dieses liegt vermutlich an den durchgeführten Spülungen und an der Erhöhung des TS-Gehalts.


Eingeleitete Maßnahmen
Stufenweise Erhöhung des TS-Gehaltes im Schlammvoreindicker für die Beschickungsleitung zum Faulturm!
 
5. Kontrolle am 26.08.08:
Öffnung der Kontroll- und Spülöffnung
Die Ablagerungen lassen sich problemlos entfernen. Sie sind trocken, der typische Fettcharakter ist verschwunden.
Die Ablagerungen an der Rohrwand sind kleiner und nicht mehr so weich wie bei der letzten Öffnung am 20.05.2008 (21. KW).
 
5. Kontrolle am 26.08.08: Öffnung der Putzklappe
auf halber Rohrleitungsstrecke (nach ca.150 m)
Die Ablagerungen bei der Putzklappe sind verzweigte Fettablagerungen, die nur an einem Punkt an der Rohrwandung anhaften. Diese lassen sich aber einfach ablösen. Bei einer leichten Berührung fallen die Ablagerungen ab.
 

 


5. Steinharte CaCO3 und MgCO3 Ablagerungen in den Wärmetauschern und der Strippkolonne - ASG Gifhorn


Ausgangssituation
Innerhalb weniger Tage kommt es zum Stillstand der Anlage. Hierbei kommt es überwiegend in der Strippkolonne zu steinharten Ablagerungen, die aus Ca- und Mg-Carbonat bestehen. Aber auch der Wärmetauscher ist durch diese Ablagerungen mit betroffen. Diese Ablagerungen wachsen im Demister und in den Füllkörpern auf und werden steinhart. Dieses führt dann letztendlich zum Stillstand der Anlage.

Strippkolonne der ASG Gifhorn
Werkfotos: ASG
Fluid-Liner® mit zwei installierten Induktorenstrecken
Eingesetzter Fluid-Liner® : FL-19252
Füllkörper aus der Strippkolonne vor und nach dem Fluid-Liner® - Einsatz
Füllkörper vor dem Fluid-Liner® - Einsatz
Der Demister und die Füllkörper verschließen sich innerhalb weniger Tage mit steinharten Ablagerungen, hauptsächlich bestehend aus
CaCO3 / MgCO3.
Füllkörper mit Fluid-Liner® - Einsatz

Der Demister und die Füllkörper verschließen sich nicht, es kommt zu schlammartigen Ablagerungen von CaCO3 und MgCO3. Diese lassen sich leicht mit Brauchwasser abspülen.
Füllkörper aus der Strippkolonne vor und nach dem Fluid-Liner® - Einsatz
Füllkörper vor dem Fluid-Liner® - Einsatz
Füllkörper mit Fluid-Liner® - Einsatz
Bild links oben:
Neuer Füllkörper

Bilder rechts:
Füllkörper nach
wenigen Tagen
Füllkörper nach
ca. 3 Monaten Betrieb
Blick auf Stripperkopf -
Demister und Füllkörperschüttung vor und nach dem Einsatz des Fluid-Liner®
Stripperkopf und Demister
vor dem Einsatz des Fluid-Liner®
Stripperkopf und Demister
mit Einsatz des Fluid-Liner®
Füllkörper aus der Strippkolonne vor und nach dem Einsatz des Fluid-Liner®
Füllkörper vor dem Einsatz des Fluid-Liner® Füllkörper nach dem Einsatz des Fluid-Liner®
Probenmaterial aus der Strippkolonne vor und nach dem Einsatz des Fluid-Liner®
Probenmaterial vor Einsatz des Fluid-Liner® Probenmaterial nach Einsatz des Fluid-Liner®
Die Probe aus der Strippkolonne ist steinhart und verschließt den Demister und die Füllkörper innerhalb von 2 - 3 Tagen. Die Probe aus der Strippkolonne ist breiig und weich. Sie lässt sich problemlos von dem Demister und den Füllkörpern abspülen.
Probenmaterial aus der Strippkolonne vor und nach dem Einsatz des Fluid-Liner®
Probenmaterial vor Einsatz des Fluid-Liner® Probenmaterial nach Einsatz des Fluid-Liner®
Unter dem Mikroskop sind deutlich die Kristalle zu erkennen (100-fache Vergrößerung). Keine Kristallbildung zu erkennen, selbst bei 1000-facher Vergrößerung.


Zwischenbericht


Nach Aussage des Betreibers wurde Folgendes festgestellt:
Die Konsistenzen der Ablagerungen in der Strippkolonne weisen eine deutliche Veränderung, als vor dem Einsatz des Fluid-Liner®, auf. Sie sind jetzt weich und leicht mit Wasser abzuspülen.
Die Ablagerungen in den Wärmetauschern und der Strippkolonne weichen deutlich von den typischen Kristallstrukturen und dem typischen Kristallwachstum ab. Sie sind extrem klein und wirken optisch wie eine amorphe Masse.

Fazit
Durch den Einsatz des Fluid-Liner® wird das typische Kristallwachstum sowie das Aushärten der Ablagerungen vermieden.


6. Einsatz induktives Schutzsystem Fluid-Liner® in Kombination mit H2S-Analysator

Nutzung von Pulsströmungen zur Bekämpfung von H2S - Problemen in Abwasserdruckrohrleitungen (ABW-DL)

Ausgangssituation
Schwefelwasserstoff verursacht durch Betonkorrosion große Schäden in Abwasserkanälen und Sonderbauwerken. Zudem steigt das Gesundheitsrisiko für Reinigungs- und Wartungspersonal. Besonders hohe Konzentrationen entweichen aus den Schächten und können so Personen/Anwohner in näherer Umgebung ebenfalls gesundheitlich beeinträchtigen.
Hauptgrund für diese Problematik sind die überdimensionierten Druckrohrleitungen, ein starker Rückgang des Wasserverbrauches sowie die demographische Entwicklung. Das Abwasser hat längere Fließ- und Aufenthaltszeiten in den Entwässerungssystemen und beginnt bereits in der Kanalisation zu faulen. Aufgrund von Geruchsbelästigungen durch H2S kommt es häufiger zu Beschwerden der betroffenen Bürger.
Die H2S-Problematik ist weltweit als große Herausforderung vieler Abwasserentsorger zu sehen.


H2S-Bildungspotenzial

Der bereits im Pumpensumpf angestoßene Fäulnisprozess ist mit ausschlaggebend für die anschließende H2S-Entwicklung in der Druckleitung.
Untersuchungen haben gezeigt, dass das H2S-Bildungspotenzial in der Druckleitung neben Temperatur, Aufenthaltszeit des Abwassers sowie Länge und Durchmesser der Druckleitung die Vorbelastung des Abwassers mit Sulfid im Zulauf zur Druckleitung eine wichtige Größe ist.
Über den Tag schwankt die Sulfid-Konzentration im Pumpensumpf mehr oder weniger ausgeprägt.

Schichtverteilung der Sielhaut und Vorgänge der Sulfidentwicklung bei anaerobem Abwasser in Freispiegelleitungen [1]


Entstehung von Schwefelwasserstoff

H2S entsteht in der Kanalisation überwiegend in der Sielhaut. Dieser bildet sich in erster Linie aus organischen Schwefel-verbindungen aus Harn und Fäkalien sowie die Eiweiße aus Lebensmittelresten, Kosmetika, Tensiden und Reinigungsmitteln.

Im Fließschema ist zu erkennen, wie aus den Schwefellieferanten im Wasser das H2S entsteht.

 

 

H2S-Analysator – H2S/ Sulfidbestimmung direkt in der Druckrohrleitung

Die Mikrocontrollereinheit dient der quantitativen Erfassung der freigesetzten H2S-Menge und sollte zwei Messpunkte erhalten.Die Analysenergebnisse werden online erfasst - sowohl die aktuelle H2S-Konzentration im Zulauf (Pumpensumpf) als auch am Ausgang der ABW - DL.

Aus den Werten wird automatisch die optimale Dosierung ermittelt und als Signal an die Dosierpumpe geleitet.


Einsatz des Fluid-Liner® in einer Druckrohrleitung

Zur Reduzierung der H2S-Emissionen in Kanalsystemen wird das fließende Abwasser mit einem alternierenden modulierten Magnetfeld behandelt. Durch die Eintragung der gepulsten Energie wird die Sielhaut (mit verantwortlich für die H2S-Bildung) weitestgehend vermieden bzw. verhindert.

Das im Fluid-Liner® umgesetzte Prinzip ist einfach zu installieren, da die Induktoren außen auf die Rohrleitung montiert werden.Das besondere dieses Verfahrens ist, dass ein variables Frequenzspektrum über Induktoren in die Rohrströmungen eingetragen wird.
Schema & Bsp.-Abb.:
Induktoren auf der Rohrleitung

Mit Hilfe einer Pulsströmung ist es möglich, über die fluiddynamischen Variablen (Pulsfrequenz, Pulsamplitude und Strömungsgeschwindig-keiten) plötzliche Strömungsänderungen (/ -Erhöhung) - insbesondere in Wandnähe - zu erzeugen und sogar eine zeitweise Strömungsumkehr in der Rohrleitung zu erzwingen.

Installation des Fluid-liner® (Schema):

 

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Diagramm wenige Wochen nach Inbetriebnahme des Fluid-Liner® ABW-DL / Pumpstation Neustadt – Entspannungspunkt Spechtweg


 

 

  • Die Kurven korrelieren nicht.
  • Dosierung der Reaktionschemikalie wurde nicht geändert.
  • Augenscheinlicher Abtrag der Sielhaut.
  • Dieses Bild hielt ca. 4 Monate an, danach begannen die heftigen Ausschläge „abzusacken“.


Diagramm nach Inbetriebnahme des Fluid-Liner® ABW-DL / Pumpstation Neustadt – Entspannungspunkt Spechtweg

 


Heutiger Zustand:

 

  • Die Kurven Pumpstation Neustadt-Spechtweg zeigen gute Übereinstimmung.
  • Seit Versuchsbeginn im August 2006 bis Juli 2008 ist der H2S-Gehalt im Pumpensumpf stark angestiegen.
  • Dennoch ist die Konzentration am Spechtweg (Entspannungsschacht) in den geforderten Grenzwerten.


Zwischenbericht
(Folgendes wurde festgestellt)

  • Der H2S-Gehalt in der Kanalluft konnte wirksam vermindert werden.
  • Gleichzeitig konnte eine Verringerung des Orthophosphatgehaltes im Abwasser gemessen werden.
  • Die Eisenfällung wirkt sich günstig auf den Klärwerksbetrieb aus.


Fazit
Es konnte gezeigt werden, dass durch den Einsatz der Pulsation sowohl Ablagerungen vermieden als auch Behandlungsmittel (wie z.B. Eisensalze, Kalk und auch Sauerstoff) effizienter wirksam werden.

 


Referenzliste

Schutz von Zentrifugen & Schutz von Zentrat-/ Filtratleitungen

Partner/Einsatzort Anwendungsort Typ/Modell Rohr-Ø Inbetriebnahme
Eifel-Rur Verband
KA Aachen-Soers
Zentrat-DL FL - 19252 DN 150 Dezember 2004
Ruhrverband
KSB Langenbrahm
Zentrat - Transfer-DL
zur KA Essen-Kuperdreh
FL - 19252 DN 150 April 2006
Eifel-Rur Verband
KA Aachen-Soers
Zentrifugenbeschickung
Zentrifuge 2
FL - 19252 DN 150 Februar 2008
Ruhrverband
KA Biggetal
Zentrat-DL sowie nachfolgende
Behälter und Rohrleitungen
FL - 19253 DN 150 März 2008
Eifel-Rur Verband
KA Aachen-Soers
Zentrifugenbeschickung
Zentrifuge 1
FL - 19252 DN 150 Februar 2009
Ruhrverband
KSB Langenbrahm
Zentrifugenbeschickung
Zentrifuge 1 - 3
FL - 19256 DN 100
(3 x)
März 2009
SYVAB - Stockholm
KA Himmersfjärden
Zentrifugenbeschickung
Zentrifugen 1 - 4
& Zentrat-DL
FL - 19258 DN 80
(4x)
DN 150
August 2009
OOWV
KA Oldenburg
Zentrifugenbeschickung
Zentrifuge 1
FL - 19252/Vo8 DN 80 September 2008
Stadtwerke Osnabrück AG
KA Osnabrück
Filtrat-DL im Bereich der
Stickstoffelimination
& Rohrschlamm zu den
Filterpressen
FL - 19256 DN 150

DN 200
Februar 2010
Kommunale Anlagen
GmbH & Co.
ZKA Zwickau
Filtrat-DL nach der Filterpresse FL - 19252 DN 150 Juli 2010

 

Harte fetthaltige/-artige Ablagerungen & Vivianit beim Schlammtransport

Einsatzpartner/Einsatzort Anwendungsort Typ/Modell Rohr-Ø Inbetriebnahme
OOWV
KA Oldenbung
Primärschlamm-DL FL - 19254 DN 200 Februar 2008
Nürnberger Stadtentw.
KA Nürnberg
Primärschlamm-DL
Schutz: WT & DL zum Fallturm
(extreme Vivianitablagerungen)
FL - 19254 DN 200
DN 300
März 2008
HSE - Hamburg
KA Köhlbrandhöft
Primärschlam-DL FL - 19254 DN 150 Dezember 2008
KWL - Leipzig
KW Rosental
Primärschlamm-DL
(zusätzlich Vivianit)
FL - 19254 DN 220 Dezember 2008
Emscher Genossenschaft
Lippe Verband
KW Emschermündung
Primärschlamm-DL
(zusätzlich Vivianit)
FL - 19254 DN 150 Mai 2009
KA Göttingen
(im Versuchsstadium)
Primärschlamm-DL FL - 19254 DN 150 Oktober 2009



Diverse Anwendungen (Auszug)

Partner/Einsatzort Anwendungsort Typ/Modell Rohr-Ø Inbetriebnahme
Halle (Saale) - Lochau
Deponie Lochau
Sickerwasser - DL FL - 19252 DN 150 November 2003
Chemiepark Bitterfeld-Wolfen
Grundwasser Transferltg.
Grundwassertransport
extreme Inkrustation
(anorganisch)
FL - 19252 DN 200 Juni 2005
Chemiepark Bitterfeld-Wolfen
Gemeinschaftsklärwerk
ABW - Chemiepark
extreme Inkrustation
(anorganisch)
FL - 19254 DN 800 August 2005
HWA - Halle (Saale)
ABW - PW Neustadt
ABW - DL / H2S - Bekämpfung
(Sulphox-4-Verfahren)
FL - 19254 DN 500
DN 350
August 2006
Loick Biogas - Dorsten
Nassfermentation
Schutz der Anlagen & Forschung FL - 19253 DN 100 August 2007
ASG Stadt Gifhorn
KA Gifhorn / Forschungsanlage
Schutz der Strippkolonne & WT
(integriert im Seaborne-Verfahren)
FL - 19252 DN 80 Februar 2008
HWA - Halle (Saale)
ABW - PW Lattin
ABW - DL FL - 19252 DN 80 März 2008
WAL Senftenberg ABW - DL / H2S- Bekämpfung
(Sulphox-4-Verfahren)
FL - 19252 DN 100 Juli 2008
Papierfabrik
Schoellershammer
OEWA / Veolia
Betriebs - KA
Verzicht auf die Kalkfalle (NaOH)
Schutz der gesamten Anlage
(inkl. Bio- /Prozesswassernutzung für die Produktion)
FL - 19256 DN 150
DN 200
DN 150
Februar 2009
Nordmilch, Werk Zeven
CIP - Anlage
Schutz der Sonden & Rohrleitung
Schutz vor Natronlaugenstein
FL - 19251
-2
DN 85 März 2009
AGL Friedersdorf
Trockenfermentationsanlage
( - Biogas - )
Schutz: Pumpe, Düsen, Perlatltg.
Massive Ablagerungen aus Struvit / MAP
FL - 19252 DN 100
DN 150
April 2009
GRUBA GmbH, Mönchengl.
Entsorger - Betriebs KA
Prozesswasserleitung FL - 19253 DN 80 August 2009
MONDI Papier (Swiecie/Polen)
Papierfabrik - Betriebs KA
Schutz der gesamten Anlage
(ink. Anaerobreaktoren)
FL - 19256 DN 250
DN 300
DN 400
März 2010
SCA Packaging Aschaffenburg
Papierfabrik - Betriebs KA
Transfer-DL zum Fluss Main
(Gesamtlänge: 4,6 km)
FL - 19256 DN 250
DN 400
Mai 2010




Literatur

H. Matschiner, D. Wilke, H.-H. Rüttinger, H. Schulte: Möglichkeit zur Anregung resonanter Pulsationen, in: J.Briesovsky, H. Matschinger: Tagungsbericht der 5. Internationalen Fachtagung – Resonante Pulsationen in Fluiden, Halle / Saale 2005

J. Nelting: Einsatz von elektromagnetischen Feldern zur Reduzierung von Ablagerungen (CaCO3, MAP) in Entwässerungsaggregaten, Prozesswasserleitungen und -pumpen, in: M. Grömping, Stickstoffrückbelastung, Klenkes Druck und Verlag GmbH, Aachen 2003

M. Hahn, D. Wilke, C. Schmidt: H2S-Bestimmung in Abwässern, in Vorbereitung

Rosenwinkel K.-H., Beier M., Pabst M. : Entwicklung und Vermeidung von Geruchsproblemen in der Kanalisation, 1. CPC-Symposium zur Nachhaltigkeit von abwassertechnischen Anlagen 5./6. September 2007 in Bochum

Kronenberg Klaus J., Kronenbergstudie - Funktionsweisen und Vorzüge physikalischer Wasseraufbereitung , Ehlers Verlag GmbH, Ausgabe 33; Fachzeitschrift: Raum und Zeit 1988

Kröplin B., Die Welt im Tropfen - Gedächtnis und Gedankenformen im Wasser, Gutes Buch Verlag, 2004

NN: Forscher enträtseln Magnetsinn von Bakterien, Wissenschaftsmagazin „Nature“ www.nature.com/nature 2005